Präventionssport Definition

Präventionssport ist eine gesundheitsfördernde Maßnahme zur Vorbeugung von Krankheiten, durch zielgerichtetes Training bzw. zielgerichtete Aktivitäten. Wie Rehasport, sind präventive Maßnahmen, ergänzende Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit und somit eine Alternative zur medikamentösen Behandlung.

 

Ziele des Präventionssports

Prävention und präventive Maßnahmen in der GruppeZiele des Präventionssports sind, Risikofaktoren sowie Verhaltensweisen zu senken, die für die Entstehung von Krankheiten verantwortlich sind. Des Weiteren sollen präventive Maßnahmen gesundheitliche Schädigungen und Verletzungen verhindern bzw. verzögern und Auftreten und Eintrittswahrscheinlichkeit minimieren.‘

Klassisch bekannte Ziele der Prävention sind Reduktion von Übergewicht und Suchtmittelkonsum sowie das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil z.B. durch Sport und gesunde Ernährung. Beim Sport geht es insbesondere um den Erhalt bzw. Verbesserung der körperlichen Gesundheit mittels Gruppentraining an unterschiedlichen Geräten.

 

Maßnahmen und Handlungsfelder

Die zielgerichteten Maßnahmen bzw. Handlungsfelder der Prävention, um Krankheiten bzw. gesundheitliche Schädigungen zu minimieren, sind vielfältig. Im Wesentlichen geht es um Ansätze von Bewegungsgewohnheiten, Ernährung, Suchtmittelkonsum sowie Stressmanagement.

 

Präventionsempfehlung Formular 36

Ärztliche Präventionsempfehlung Formular 36 hier MusterPräventionsempfehlungen können seit 2017 ärztlich verordnet werden – mit dem Formular 36. Dabei gibt es 4 Diagnosen, welche das Heilmittelbudget nicht belasten.

  1. Bewegungsgewohnheiten
  2. Ernährung
  3. Stressmanagement
  4. Suchtmittelkonsum.

Eine Präventionsempfehlung wird i.d.R. bis zu 80 – 90 % von den Krankenversicherungen bezahlt. Um die Kosten bei der KK geltend zu machen, muss der Anbieter für Präventionskurse rechtmäßig zertifiziert sein. Die Prüfung sowie Zertifizierung, nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V, übernimmt die „Zentrale Prüfstelle für Prävention“ (ZPP). Manche Krankenkassen bieten Präventionsangebote bzw. Präventionskurse auch selbst an.

 

Kostenübernahme Präventionssport / Kurse

Prävention bzw. Primärprävention ist nach § 20 Abs. 1 SGB V von den gesetzlichen Krankenkassen zu fördern, jedoch nicht zu 100% (gewöhnlich 80% und maximal 2x im Jahr). Ausnahmeregelungen gelten dabei meist für Kinder (6-18 Jahre), die häufig bis zu 100% der Kosten erstattet bekommen.

Am Präventionssport bzw. an Präventionskursen kann man, unter gewissen Umständen, auch kostenfrei teilnehmen. Des Weiteren besteht auch die Möglichkeit zu einer freiwilligen Teilnahme auf Selbstzahlerbasis. Wichtig ist in jedem Fall eine regelmäßige Teilnahme von 80% der Trainingseinheiten. Zudem sollte man wissen, was gefördert wird und was nicht.

Beispiele für nicht geförderte Sport- und Gesundheitsangebote:

  • Allgemeiner Freizeit- und Breitensport
  • Erlernung einer einzigen Sportart
  • Ausschließlich gerätegestützte Angebote
  • Maßnahmen, die an feste Gerätehersteller gebunden sind
  • Dauerhafte Angebote, die keine begrenzten Kurszeiten haben

 

Zertifizierung Präventionskurse

Für die Zertifizierung von Präventionskursen bzw. Anbieter Standorten, ist die Zentrale Prüfstelle für Prävention zuständig. Zertifiziert werden Präventionsangebote nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V.

Die Förderkriterien der Krankenkassen unterliegen meist klar definierten sowie spezifisch übergreifenden Handlungsfeldern. Für die Akzeptanz einer Förderung, müssen Qualitätsmaßstäbe (z.B. qualifiziertes Personal) oder messbare Ergebnisse (z.B. evaluiertes Konzept) sichergestellt sein.

Wichtige Kriterien sowie Maßnahmen sind z.B. Qualifikationsnachweise, Kurskonzepte, Stundenbilder, Teilnehmerunterlagen oder nachhaltige Vermarktungskonzepte. Zertifizierungen für Übungsleiter, Unternehmen oder Institutionen für Aus- und Fortbildungen fallen nicht darunter. Diesbezüglich informieren Sie umfangreich auch die GKV sowie ZPP.

 

Präventionsstufen und Arten

Präventionsstufen und Arten Schaubild - Informationen PräventionssportDie Präventionsmedizin unterscheidet in drei Stufen bzw. Formen (Arten): Primäre-, Sekundäre- und Tertiäre Prävention. Ergänzt werden diese um eine vierte Stufe (Quartäre Prävention), welche eine überflüssige medizinische Versorgung vermeiden soll.

 

Primäre Prävention

Primäre Prävention umfasst alle Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit von Einzelpersonen oder Personengruppen bzw. einer gesamten Bevölkerung. Im Vordergrund steht die Aufklärung über Verhaltensweisen sowie Risikofaktoren, welche nachweislich die Gesundheit gefährden. 

Des Weiteren geht es um Erläuterungen zu Verhaltensweisen, die das Risiko einer Erkrankung im Vorfeld verringern und wie man diese verhindern kann. Klassische Themen Inhalte sind Impfungen, Verhütungsmaßnahmen (AIDS) oder die Entscheidung zu einem gesünderen Lebensstil.

 

Sekundäre Prävention

Sekundäre Prävention umfasst alle Maßnahmen, die zu einer Früherkennung von (möglichen) Krankheiten führen. Dies können z.B. Voruntersuchungen oder Screening Maßnahmen sein, welche z.B. Krebs im Frühstadium erkennen. So sollen Krankheiten frühzeitig erkannt bzw. rechtzeitig behandelt werden.

Die Sekundärprävention richtet sich insbesondere an Risikopersonen bzw. Risikogruppen, die u.a. zum aktuellen Zeitpunkt gesund sind. Bekannte Zielgruppen sind Raucher, Alkoholiker, stark Übergewichtige oder Menschen mit erbkliche Krankheitsveranlagungen (z.B. Krebs, Alzheimer, etc.).

 

Tertiäre Prävention

Tertiäre Prävention soll die Verschlimmerung von bestehenden Krankheiten verhindern. Des Weiteren sollen Komplikationen oder Folgeschäden vermieden werden. Auch die Vorbeugung für Wiederkehr einer (vermeintlich) ausgeheilten Krankheit (Krankheitsrezidiv), zählt ist eine Maßnahme einer Tertiärprävention.

Zur klassischen Zielgruppe der Tertiärprävention gehören Menschen nach einem Herzinfarkt, Ex-Drogenabhängige, Selbsthilfegruppen oder auch Rehasportler (nach schwerem Unfall bzw. schwerer Krankheit).

 

Quartäre Prävention

Quatäre Prävention ist das vierte Handlungsfeld und umschließt Maßnahmen, die eine medizinischer Überversorgung bzw. Überdiagnostik verhindern sollen. Gemäß dem medizinischen Grundsatz „primum non nocere, secundum cavere, tertium sanare“, soll überflüssige medizinischer Versorgung unterbunden werden.

Die Quartärprävention kümmert sich also um Menschen, die im Prinzip keine wirkliche Krankheit aufweisen, sich aber krank fühlen. Infolgedessen benötigt es viel Verständnis, Einfühlungsvermögen sowie Vertrauensaufbau gegenüber dem Patienten, um unnötige (medikamentöse) Behandlungen zu vermeiden.

 

Verhaltensprävention und Verhältnisprävention

Eine weitere Unterscheidung der Prävention sind die Ansätze von Verhaltens- bzw. Verhältnisprävention. Maßnahmen zur Zielerreichung sind weniger durch Präventionssport Anbieter initiiert, als durch den Staat.

Verhaltensprävention will Menschen zu einer gesunden Verhaltensweise informieren bzw. dazu motivieren. Oftmals geschieht die durch zielgerichtete Marketingmaßnahmen sowie Kampagnen für die Förderung von Gesundheitsangeboten wie Suchttherapien, Nichtraucherseminare, Krankengymnastikkurse oder Rückenschulung.

Verhältnisprävention fördert bessere Lebensbedingungen sowie gesundheitsförderliche Maßnahmen in der Öffentlichkeit. Klassische Beispiele sind z.B. Rauchverbote in öffentlichen Einrichtungen oder eine gesundheitsgerechte Gestaltung der Arbeitsumwelt. Langfristig strebt man z.B. nach Reduktion von Belastungen bzw. Gefährdungsfaktoren für die Gesundheit.

 

Rehabilitationssport und Präventionssport

Präventionssportler trainieren Kraft und AusdauerRehabilitationssport ist auch Prävention! So gibt es immer mehr Rehasport Kurse für Kinder, die z.B. an starkem Übergewicht leiden. In diesem Fall folgen Rehasport & Präventionssport dem gleichen Ziel und sind beide Alternativen zur Heilmittelbehandlung. 

Wesentliche Unterschiede bestehen aber in den Vergütungen sowie Teilnahmebedingungen. Rehasport ist ausschließlich für bereits erkrankte Patienten angedacht, während am Präventionssport auch gesunde Menschen teilnehmen.

 

Hinweis: Weitere Informationen zum Thema Prävention sowie Präventionssport finden Sie auch auf unserem Partnerportal LP Reisen, Berufswelt und Freizeit. Für alle rechtlichen Fragen bzw. Informationen, wenden Sie sich bitte an die ZPP.