Rehasport als Umsatzfaktor – lohnt es sich?

Das verdient man am Rehasport

Umsatzfaktor Rehasport als Erfolgskonzept - Übersicht Einnahmen vs. AufwendungenDie Einnahmen am Rehabilitationssport, regeln die Rehasport Vergütungssätze der 17 Landesfachverbände bzw. zuständige Krankenkassen. Stand 2021 liegt eine Vergütung bei mindestens 5,33€ bis maximal 16,60€ pro Rehasportler pro Trainingseinheit. Dabei muss man beachten, dass die Gesamteinnahmen von der maximalen Teilnehmerzahl abhängig sind.

Eine große Problematik ist die unplanbare Auslastung der angebotenen Kurse. Dies liegt häufig an diesen Problemen: 

  • Rehasport Gruppen sind nicht voll ausgelastet
  • Teilnehmer kommen nicht regelmäßig
  • Das Training wird vorzeitig abgebrochen

Infolgedessen ist eine sichere Kalkulation von geplanten Umsätzen sehr schwierig. Abhilfe schafft dabei eine regelmäßige Kontrolle sowie Controlling der Teilnehmerzahlen. Damit können Sie Ihre Gruppenauslastung besser steuern.

 

Beispiele zu Einnahmen Kalkulation

Vier mögliche Beispiele einer Kalkulation bzw. Berechnung für Rehasportanbieter. Diese orientieren sich an beliebig gewählten Vergütungssätzen und gehen vom Maximum aus.

  1. Rehasport Gruppentraining für Kinder mit Schwerstbehinderung (max. 5 TN & 50 Einheiten)
    50 Trainingseinheiten x 5 TN = 250
    250 x 16€ Vergütung = 4000€ maximaler Ertrag
  2. Allgemeiner Rehabilitationssport (max. 15 TN & 50 Einheiten)
    50 Trainingseinheiten x 15 TN = 750
    750 x 5,50€ Vergütung = 4050€ maximaler Ertrag

  3. Rehabilitationssport im Wasser
    50 Trainingseinheiten x 15 TN = 750
    750 x 7,50€ Vergütung = 5625€ maximaler Ertrag
  4. Rehabilitationssport in Herzgruppen
    90 Trainingseinheiten x 20 TN = 1800 (auch 120 Einheiten möglich)
    1800 x 8,80€ Vergütung = 15.840€ maximaler Ertrag (21120€ bei 120)

 

Mögliche Zusatzeinnahmen

Wer Rehasport als Umsatz- bzw. Erfolgsfaktor einführen möchte, benötigt mehr als eine volle Kursauslastung. Vielmehr geht es darum, aus Rehasportlern feste Kunden bzw. Mitglieder auf Selbstzahlerbasis zu generieren. Jedoch darf man nicht zu sehr darauf aus sein. In der Praxis kommt es immer wieder zu Beschwerden darüber, dass es bei einer Erstberatung mehr um den Abschluss kostenpflichtiger Verträge geht, als um die Gesundheit des Rehasportlers. 

Ein guter Kundeservice sowie Servicegedanke, sind also die Basis für mehr Erfolg. Dadurch entstehen oftmals weitere (finanzielle) Vorteile wie:

  • Positive Mundpropaganda bzw. hohe Weiterempfehlung
  • Freiwilliger Kauf von Zusatzleistungen ohne Rehasport
  • Neue sowie langfristige Mitglieder

Final setzen ca. 90% aller Rehasport Standorte auf Neukundengewinnung durch Rehasportler. Ein wesentlicher Grund ist sicherlich die geringe Vergütung von Rehasport Einheiten.
Wichtig: Wenn Sie Rehasportler auf andere Angebote aufmerksam machen wollen bzw. bewerben, geht das nur mit einer schriftlichen Einwilligung (siehe Datenschutz im Rehasport).

 

Anfallende Kosten

Die entstehenden Kosten, für die Einführung von Rehasport Angeboten, sind nicht allgemein darstellbar. Deshalb nennen wir die häufigst auftretenden Kostenfaktoren.

  • Arbeitszeit wie einlesen bzw. vertraut machen mit dem Thema Rehasport
  • Arztakquise richtig umsetzen, wenn man noch keinen (kooperierenden) Arzt hat 
  • Verwaltungsaufwand für die Ausfüllung & Einreichung aller nötigen Formulare
  • Gebühren für IK-Nummer, Mitgliedschaften sowie Anerkennungsverfahren
  • Personalkosten wie Lizenzen für Übungsleiter oder Personalschulung
  • Vermarktung durch Anzeigen, Werbemittel oder Online-Marketing
  • Versicherungsbeiträge für aktive Rehasportler

Bei Anschluss an einem Rehasportverein fallen oftmals weitere Kosten an. Das sind z.B. 20% der kompletten Abrechnungssumme, kostenpflichtige Schulungen oder Strafen bei falsch ausgefüllten Unterlagen. Jedoch übernehmen manche Rehasportvereine das Anerkennungsverfahren, Unfallversicherungen oder Beantragung einer IK-Nummer. Letztendlich sollte man immer genau abwägen, was sich finanziell mehr lohnt bzw. einfacher ist.

 

Vorgeschriebene Unfallversicherung

Die Rahmenvereinbarung sowie der §64 SGB IX schreiben für jeden Rehasportler eine gesetzliche Unfallversicherung vor. Dies nennt man auch Gruppen-Unfallversicherung. Dabei muss ein Versicherungsschutz für maximal 20 Rehasportler für 120 Übungseinheiten innerhalb von 36 Monaten bestehen.

Die Versicherung für einen Rehasportler kostet ca. 4€, also ca. 80€ pro Gruppe. Bei vielen Gruppen bzw. hohen Teilnehmerzahlen, sind auch Rabatte auf die Versicherungsbeträge möglich. Eine detaillierte Übersicht zu Versicherungsbeiträgen im Rehasport beschreibt die ARAG im Zusammenarbeit mit dem DVGS.

 

Aufwendungen für Übungsleiter

Falls Sie einen externen Rehasport Übungsleiter beschäftigen, hat dieser idealerweise eine gültige Lizenz B Rehabilitationssport. Folglich müssen Sie den Lohn bzw. das Gehalt einkalkulieren und von Ihren Einnahmen abziehen. Wenn Sie einen eigenen Mitarbeiter qualifizieren möchten, dann bezahlen Sie die Ausbildungskosten sowie Fortbildungen.

Die Kosten für Lehrgänge bzw. Aus- und Fortbildungen, geben zuständige Verbände vor. Für manche Lehrgänge erhalten Sie Rabatte, wenn Sie z.B. Mitglied im entsprechenden Verband sind. Mit einplanen müssen Sie ggf. Dienstausfälle, Übernachtungen oder Reisekosten. Infolgedessen schwanken die Kosten dafür, alle 2 – 4 Jahre, zwischen ca. 200 – 1000€.

Daraus ergibt sich folgendes Ergebnis: Ein Rehasport Kurs bringt beispielsweise 15 x 5.50€ = 82.50€ abzüglich des Übungsleiterlohns (z.B. 40€ für 45min.) sowie den ggf. entstehenden, umgelegten Kosten für Aus- und Fortbildungen.

Gerade an diesem Beispiel erkennt man, dass sich Rehasport Angebote nur lohnen, wenn Rehasportler zu neuen Kunden bzw. Mitglieder werden. Alternativ kann es sich lohnen, wenn Sie eigenes Personal haben, welches viele Kurs betreut (z.B. 5 Herzsportgruppen pro Woche = ca. 880€ Ertrag die Woche).

 

Wann lohnt sich Rehasport finanziell?

Kalkulation Rehasport Einnahmen und Kosten für UmsetzungWer plant Rehasport anzubieten sollte mit eine Markt- und Potentialanalyse durchführen. Diese beinhaltet z.B. Bevölkerungsdichte, Konkurrenzanalyse und Attraktivität des potentiellen Standorts. Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass mindestens 50 aktive Rehasportler durchgängig bei Ihnen trainieren sollten. 

Die lukrativsten Gruppen sind Herzgruppen und Rehasport im Wasser. Auch eine Mischkalkulation aus mehreren Gruppen kann finanziell interessant sein oder gar weniger angebotene Sparten wie Rehasport in Alten- und Pflegeheimen.

Final lohnen sich Angebote nur dann, wenn Rehasportler für weitere (kostenpflichtige) Angebote entscheiden, wenn Ihre Verordnung abgelaufen ist. Der wichtigste Faktor ist, dass Sie und Ihr Personal eine klare Strategie verfolgen und Empathie für Rehasport Patienten zeigen. Ein idealer Mix ist der wirtschaftliche Gedanke gepaart mit einem qualitativ hochwertigen Kundenservice bzw. Training.

 

Checkliste zu Rehasport Einnahmen

Prinzipiell ist Rehasport eine feine Sache für die Bevölkerung, nur finanziell sollte es sich auch rentieren. Deshalb prüfen Sie vorab diese Punkte:

  • Anerkennung & Zertifizierung sowie Abrechnung – selbst oder extern?
  • Mit wie viel Einnahmen kalkuliere ich (langfristig) durch Rehasport Angebote?
  • Wo sehe ich meine Angebote in drei bis fünf Jahren?
  • Passt meine Einrichtung sowie Kundschaft zur Zielgruppe Rehasport?
  • Eignet sich mein Standort bzw. mein Übungsraum?
  • Benötige ich eine externe Übungsleitung oder habe ich selbst Personal dafür?
  • Wie hoch sollte mein Marketingbudget sein bzw. habe ich dafür genug Kapital?

 

An dieser Stelle hoffen wir, dass wir Ihnen helfen konnten wünschen wir allen Anbietern viel Glück! Falls Sie Spezialisten für Ihr Rehasport Marketing benötigen, können Sie sich gerne an die Marketingwelt Lipp wenden.